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Der Tierkommunikationsblog

von Yvonne Gartner 13. März 2025
Das runde gelbfarbene Leckerli ... Hier muss ich auch wieder etwas in meine Erinnerungskiste kramen, jedoch – wie ich finde – eine sehr herzerwärmende Geschichte. Ich lernte zu meinen Anfangszeiten Julia und Tirza kennen. Ich war von vorn herein sehr gespannt auf dieses Gespräch, da ich für Islandpferde etwas übrig habe. Wie immer wollte ich keine Informationen vorab haben und lies mir – derzeit protokollierte ich noch und führte es nicht in einem Live-Gespräch- ein paar Fragen der Halterin zukommen. Als ich mich mit der Stute verbunden hatte spürte ich sofort, das sie etwas ganz besonderes ist. Es herrschte eine sehr tiefe Verbundenheit zu ihrem Menschen. Ich spreche hier von genau jener Verbindung, die man sich für jedes Pferd-Mensch Team nur wünschen kann. Das Erleben zu dürfen, war für mich mehr als magisch und genau diese Magie möchte ich mit euch teilen. Tirza zeigte mir in einer sehr bunten Farbvielfalt, wie sich ihr „Alltag und ihr Leben“ ebnet. Sie zeigte mir ihre Ponyfreundin in voller Pracht und Montur. Sie zeigte mir ihren Weg von der Box auf das Paddock, wie sie lebt und natürlich auch Dinge die sie mit Julia verbunden hatte. Ich hatte es derzeit noch nicht so gut mit der Wahrnehmung von Bildern. Es fiel mir vorab immer sehr schwer und Tirza zeigte mir diese Bilder mit einer grandiosen Leichtigkeit. Das Highlight für mich waren ihre Leckerchen. Ich spürte ihren Geschmack in meinem Mund und auch konnte ich die sonnengelbe Farbe sehr gut erkennen sowie die Größe und das bis ins kleinste Detail. Ich sah das Lackerchen auf einer Hand liegend. Sie waren geformt wie ein Donut, entsprechend mit einem Loch in der Mitte. Bis hier hin, war es für mich ein sehr gut gelaufenes Gespräch, es brachte mich weiter, dennoch wie ein jedes andere. Klar, die Verbindung zwischen den beiden war schon bemerkenswert, das habe ich zuvor so noch nicht gespürt, dennoch dachte ich mir im ersten Moment nichts dabei. Also schickte ich, wie immer, mein geschriebenes Protokoll Julia zu und wartete gespannt auf ein Feedback. Ein solches Feedback ist gerade für Neueinsteiger sehr wichtig. Wir sind nahezu darauf angewiesen um unser Vertrauen in unserem Tun zu stärken. Entsprechend sollte immer darauf geachtet werden, das ein Gespräch eines „Einsteigers“ mit sehr vielen Fragen seitens des Tierhalters gestellt werden, die dieser auch zu 100 % beantworten kann Julia war sicherlich genauso erstaunt wie ich, sie war begeistert von dem Protokoll und wie detailliert ich sehr vieles schildern konnte. Denn genau in diesem Moment erfuhr ich, das Tirza an einem chronischen Augenleiden leidet und nahezu blind ist. Die Tierärztin teilte mit, das sie bei Sonnenschein maximal Schatten erkennen kann und gerade mal so den Unterschied von Tag und Nacht unterscheiden kann. In diesem Moment wurde mir erst alles bewusst... Mit einem Schlag war mir diese enorme Verbundenheit zwischen den beiden klar. Tirza „musste“Vertrauen, denn das sichert ihr (Über-)Leben. Ich habe die beiden noch eine Zeit lang und immer wieder mal begleitet, letzten Endes mussten beide Augen operativ entfernt werden (Hier wird eine weitere Geschichte mit einer himmlischen Fügung folgen). Ich bin immer wieder hin und weg von den beiden. Julia kaufte dann sogar noch die Ponyfreundin, die aus betrieblichen Gründen verkauft wurde, nur um Tirzas Gewohnheiten nicht zu verändern. Julia kann mit Tirza ins Gelände gehen, sie kann Bodenarbeit mit ihr tätigen und dort sogar Hindernisse überqueren. Tirza ist inzwischen 17 Jahre alt und fungiert als Therapiepferd. Ihre Ponyfreundin ist ebenfalls noch immer da und die kleine Herde wurde durch Tirzas Schwester ergänzt. Tirza versicherte mir, dass sie so sehr mit Julia verbunden ist. „Julia ist mein Augenlicht, ich sehe durch ihre Augen. Und Letzlich gilt, wir müssen so oder so wieder erlernen mit dem Herzen zu sehen, dann erkennt man ganz schnell, das die Augen nur das I-Tüpfelchen sind. Denn letzenendes gilt immernoch 'Man sieht nur mit dem Herzen gut!'. “
von Yvonne Gartner 13. März 2025
Ein sehr sensibles Thema und ein Thema, das aktueller ist denn je. Viele Menschen haben den Wunsch, einem Straßentier einen gefallen zu tun und möchten es zu sich nach Hause holen.. ..um ihm Schutz zu gewähren... ..ein warmes Plätzchen zu bieten... ..regelmäßig gesundes Futter.... ..selbstverständlich eine gute tierärztliche Versorgung.... ...und natürlich Schutz vor der Straße selbst und alle möglichen Gefahren, die sie mitbringt. Die größte Gefahr geht wohl vom Menschen selbst aus, sie vergiften die Tiere, verletzen sie bewusst und natürlich wartet auch der mögliche Hungertod auf sie, weil sie kein Futter finden. Ist der „Fiffi“ oder die „Mieze“ dann von der Straße oder vom Bauernhof „gerettet“ bahnen sich auch schon die ersten Probleme an. Der Hund zerbeißt Herrchens Schuhe, ist unsauber und zerfleddert die Couch... Die Katze bleibt scheu und ist mehr ein Geist in der Familie und hat einen starken Drang zur Freiheit, das Türen auf und zu machen geht fortwährend in einer Tour... Hier sollte ein jeder Mensch, der ein solches Tier adoptieren möchte genaustens überlegen. - Was möchte ich? - Bin ich bereit für ein Tier meine Gewohnheiten komplett zu verändern? - Bin ich bereit für das Tier einzustehen? - Kann ich es annehmen wie es ist? - Werde ich es akzeptieren wie es kommt? Viele vergessen, das wir hier von Tieren sprechen, die bereits über mehrere Generationen an das Leben auf der Straße gewöhnt sind. Die Tiere sehen den Mülleimer instinktiv als Nahrungsquelle, auch wenn regelmäßiges Futter angeboten wird, ist in diesem Tier instinktiv der Überlebensmodus verankert. Hier gilt es zu kriegen, was man bekommt und Reserven aufzufahren, denn eine Futterfindungsflaute kann jederzeit eintreffen. Die Katze, die beim Bauern als Mäusefänger „eingestellt“ wurde. Sie wird unkastriert dem Hof überlassen, die unkontrollierte „Produktion“ der Katzenkinder startet. Diese vermehren sich weiter und verstecken sich. Wenn es dann zu viele sind, endet es oftmals damit, das gerade frisch geborene Kitten in einem Eimer Wasser ertränkt werden. Hier ist das verscheuchen, verjagen, vergiften und sich selbst überlassen werden für diese Tiere alltäglich. Tiere mit solch einem Ursprung sind meiner Meinung nach nicht mehr als Haustiere anzusehen, sondern sie sind Tiere die in Menschlicher Gegenwart geduldet werden – bis zu einem gewissen Maß. So habe ich kürzlich mit einen Kater gesprochen, der in einer Wohnung mit einem anderen zusammenlebt. Er selbst ist eine Straßenkatze aus Ägypten, er zog mit einem weiteren Gesellen aus dem Tierheim bei einem Herrn ein. Dies klappte auch alles gut, bis es einmalig zu Differenzen zwischen den beiden Tieren gab wegen des Futters. Seither akzeptiert er den anderen Kater absolut nicht mehr und sieht ihn nur noch als Konkurrenten an. Ihm wurde sein Futter strittig gemacht und er geht hier in den Überlebensmodus, den er auf der Straße gelernt hat und der ihm das Überleben sicherte. In einem Gespräch vermittelte er mir mehr als deutlich, dass ein zusammenleben für ihn absolut nicht in Frage kommt. Eine andere Situation erwartete mich, als ich neulich mit einer geretteten Bauernhofs Katze gesprochen habe, die mit ihren Menschen mehr oder minder nur Co-existiert. Sie fühlt sich in dem Hause wohl, und geborgen, und freut sich das sie regelmäßig Futter bekommt und das sie einen warmen Platz hat. Dennoch ist der Drang unbekümmert im Haus Ein- und Ausgehen zu können sehr groß. Sie wünscht sich eine Klappe. Diese wird ihr nicht gestattet, da sie zu viele Mäuse und Vögel mit heim bringt. Sie zeigt ihren Menschen deutlich das sie eine gute Jägerin ist. Ein Hund mit dem ich gesprochen habe, der sich immer sehr klein macht. Er hat kein Selbstbewusstsein, nässt sich ein vor Angst und möchte in dem Ding, was wir Wohnung nennen, nicht allein sein. Der Mensch geht seinem Alltag nach und der Hund ist eingesperrt... allein... in einer für ihn komplett ungewohnten Umgebung. Der Mensch wird nicht freudig empfangen sondern eher demütig und der Hund beschwichtigt ohne Ende. Gefunden wurde er, als er sehr schwach war, er konnte sich gegen die anderen Straßenhunde nicht durchsetzen. Früher oder später hätte es sein Ende bedeutet. Er hat eine panische Angst vor dem Auto und an das Einsteigen ist leider gar nicht zu denken, die Fahrerei endet mit erbrochenem. Das sind jetzt nur wenige Tiere, die von der Straße in ein Heim gebracht wurden. Es sind so viel mehr Themen die belastend sein können, für ein Tier, das über Generationen draußen überlebte, und dann plötzlich wieder ein Haustier werden soll. Die Tiere werden nicht gefragt, ob sie von der Straße weg wollen, hier beginnt bereits die erste Übergriffigkeit des Menschen dem Tier gegenüber. Und dann soll es sich auch noch an etliche Situationen, die absolut neu für es sind anpassen. Ich möchte keinesfalls hiermit anregen oder andeuten das es falsch ist diesen Tieren zu helfen! Viel mehr möchte ich auf diese massive Umstellung aufmerksam machen und ganz klar deutlich machen, was diese für ein Tier und vor allem für ein neues gemeinsames zu Hause bedeuten kann. Die Tierschutzvereine vor Ort sind mit ihren Kastrationsprogrammen zu Gange und hier sollte unterstützt werden. Man muss sich überlegen, ob es Sinn macht ein Tier aus einem bestehenden Rudel – auf der Straße- herauszuholen. Macht es Sinn das Rudel mit Futter zu unterstützen? Oder macht es Sinn die Tiere von der Straße zu holen? Wenn ihr solch einem Tier ein zu Hause geben wollt, dann bedenkt, das es für das Tier eine ganz neue Welt ist. Habt Zeit, Liebe, Verständnis und Geduld im Übermaß parat. Stellt euch darauf ein, das ihr immer ein Tier haben werdet, das Instinktiv ganz anders aufgestellt ist, als der Golden Retriever der vom Züchter, über Generationen in die Familie integriert ist. Wenn ihr in solch einem Fall eine/n Tierkommunikator/in hinzuzieht solltet ihr euch bewusst machen, das vor allem in diesem Fall die pure Wahrheit sehr ernüchternd sein kann. Es ist nicht unsere Aufgabe „dieses Problem“ was ihr mit dem Tier habt „abzuschaffen“, sondern wir möchten zwischen euch und dem Tier vermitteln. Und die Wünsche eines solchen Tieres können sehr von dem was unserer Vorstellung entspricht abweichen. Ein solches Tier bedeutet sehr viel Arbeit und eine enorme Menge an Vertrauensvorschuss. Sie sind wundervolle Begleiter und NATÜRLICH hat jedes Tier seine Daseinsberechtigung. Man sollte sich dennoch im klaren sein, das es immer ein Tier geben kann, das sein zu Hause niemals als sein zu Hause ansehen wird. Und darauf, finde ich, sollte ein jeder Mensch vorbereitet sein. Ich habe in den 9 Jahren natürlich auch mit einer Menge Tieren gesprochen, die sehr dankbar für ihr zu Hause sind und es gänzlich genießen von der Straße in ihr zu Hause zu ihrem Menschen zu wechseln und sie sind voll und ganz angekommen.
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